Wann bist Du ein Vollblut-Single?

 

Ein Single ist eine Person mittleren Alters (20-40), die sich aktuell in keiner festen Paarbeziehung befindet und folgende Denkstruktur in sich trägt:

 

Mir macht es überhaupt nichts aus, nicht in einer Beziehung zu stecken, ich fühle mich sehr wohl dabei, wenn mich niemand kontrolliert und ich immer machen kann was ich will!

Mir sind sich ewig wiederholende Grundsatzdiskussionen in einer Beziehung einfach viel zu mühsam und nerven mich nur noch?

...warum sollte ich nicht mein Lieblingsprogramm im Fernseher anschauen können, ohne dass mein Partner nicht ununterbrochen an der Fernbedienung rumzappen möchte, oder mir vorschreibt, was ich anzugucken hätte?

 

Ständig sollte ich mich an meinen Partner anpassen, dauernd muss ich Kompromissbereitschaft zeigen, immer soll ich nachgeben!

Wo bleibt da meine Individualität, warum sollte ich mich ständig für alles rechtfertigen müssen, ich komme mir in jeder Beziehungsform viel zu kontrolliert vor?

 

Hilfe… immer diese ewigen Fragen wie... wo bist du? was machst du? warum meldest du dich nicht? wann kommst du? warum antwortest du nicht auf mein SMS?  warum - wieso- weshalb machst du dies und das… oder eben nicht!?

 

All diese vielen Fragen sind doch sowieso nur das Kreuz für mein "Beziehungsgrab" warum soll ich denn eine Beziehung eingehen, wenn ich von vornherein ja weiss, dass dies ALLES auf mich zukommen wird? ... und da ich ausserdem sowieso schon fast meine gesamte Freizeit für meine Freunde, meinen Sport sowie meine persönlichen Hobbys verplant ist, möchte ich doch lieber Single bleiben.

 

 

 

Sind Beziehungen heute wirklich so schwierig geworden, dass sich schon Psychologen mit diesem Thema befassen müssen?


Für meine intensivsten Forschungen genügt es bereits, wenn ein so aussergewöhnliches und immer schneller wachsendes Gesellschafts - Phänomen existiert, um sich damit intensiv zu befassen. Wenn sich durchsetzen würde, dass Beziehungen zu dritt in gewissem Ausmass modern werden sollten, würde ich auch dieses Thema sofort versuchen zu erforschen.

Beim Phänomen „Singles“ hat sich in den letzten 20 Jahren ein unglaublich totaler Wertewandel vollzogen.

 

Die typische Single-Frau oder der typische Single-Mann sind keine Personen, die keine Beziehungserfahrungen haben – im Gegenteil: sie befinden sich in einer Übergangsform von einer vorangegangenen zu einer künftigen Beziehung. Dass jemand Single ist und bleiben will, weil er zu viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist immer mehr als Hauptgrund des (unfreiwilligen) Singledaseins anzusehen, genauso übrigens wie Singles ohne jegliche Beziehungserfahrung. In der Regel wünschen sich Singles eigentlich sehr gerne wieder eine neue Beziehung, aber sie sollte auf jeden Fall besser, lustiger, lockerer und angenehmer sein als die Letzte.

 


Warum betreibe ich seit Jahren das Phänomen - Single-Forschung?


Unermüdlich beschreibe, untersuche und erforsche ich Entwicklungszusammenhänge der heutigen Gesellschaft, frage nach dem Sinn und den Strukturen des sozialen Handelns und den damit verbundenen Normen. Ich erforsche persönlichen Beziehungen, schaue mir Beziehungsbiografien an, untersuche Paarbeziehungen und beschäftige mich daher auch seit über 15 Jahren mit der "Entwicklung der Singlesucht"

Es gibt immer wieder neue spannende Themen; so bald ein Projekt abgeschlossen ist, beginnt sofort ein neues.

 

Was ich allen bindungswilligen Singles empfehlen würde?


Sie dürfen sich auf keinen Fall zurückziehen, sondern müssen sich in ein soziales Gefüge integrieren – je mehr, desto besser. Besonders bei allein erziehenden Frauen ist das schwierig, weil sie ihre wenige Freizeit häufig mit ihren Kindern verbringen wollen.... naja, oder eben müssen!

Singles sollten offen, sensibel und kommunikationsbereit sein und für potentielle Partner ein Minimum an gemeinsamen Interessen aufbringen bzw. Spaß an gemeinsamen Unternehmungen haben. Wenn einer gern segelt und der andere nicht schwimmen kann, wird es schwierig. Auch krampfhaftes Suchen führt selten zu einer tragfähigen Beziehung.

 

Was sollte unbedingt noch erforscht werden?


Mich interessieren im Moment Nebenbeziehungen. Das Thema Seitensprung wurde im gesamteuropäischen Raum bisher ausschließlich journalistisch behandelt, psychologisch jedoch noch nicht. Das habe ich jetzt vor und konzipiere gerade eine Studie dazu. Unter anderem untersuche ich, warum Menschen eine zusätzliche Beziehung eingehen, für wie lange und wie sie diese besondere Konstellation managen und verheimlichen können, bevor sie den Zug ins Nirgendwo (oder eben ins Singledasein) besteigen.

 

Bald werde ich mehr darüber wissen und ausgeforscht haben...

Ihr hört wieder von mir …versprochen!

 

Euer Wingman

 

 

Auf sämtliche Texte und Bilder besteht ein Copyright © von "the Wingman"

 

 

 

 

 

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